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Museum

Ein neues Museum für Angermünde

Das ehemalige Ehm Welk- und Heimatmuseum in der Puschkinallee 10 soll noch in diesem Jahr seinen neuen Standort im Haus Uckermark, Hoher Steinweg 17/18 beziehen. Momentan wird das Haus Uckermark restauriert und umgebaut. Ende des Jahres wird das neue Museum eröffnet. Alle weiteren Informationen zum Museum erhalten Sie zeitnah auf dieser Seite. 

Ansprechpartner der Stadtverwaltung Angermünde

Herr Ralf Gebuhr
Tel.: 03331-260072
Fax: 03331-260045
museum@angermuende.de
Dienstsitz: Heinrichstraße 12, 16278 Angermünde

Herr Dr. Lutz Libert
Tel.: 03331-260058
Fax: 03331-260045
fundus@angermuende.de
Dienstsitz: Puschkinallee 10, 16278 Angermünde

Veranstaltungsreihe „Objekt des Monats“

Ende des Jahres öffnet das Angermünder Museum in den neuen Räumen im Haus Uckermark direkt am Marktplatz der Stadt – mitten in der historischen Altstadt. Doch bis dahin möchte das Team des Museums die Zeit nutzen und mit der Reihe „Objekt des Monats“ besondere Ausstellungsstücke der Öffentlichkeit präsentieren. Ab Ende April bis zur Eröffnung des neuen Hauses wird das Team des Museums monatlich ein „Objekt des Monats“ präsentieren. Die Veranstaltung ist öffentlich. Kommende Termine und Informationen zu den jeweiligen Objekten werden über den Presseverteiler sowie auf der Webseite der Stadt Angermünde mitgeteilt. 

Hier finden Sie nähere Informationen, zu den bereits vorgestellten Objekten im Rahmen der Veranstaltungsreihe:

Nächste Termine: 26. November, 10 Uhr im Ratssaal und 7. Dezember (17.30 Uhr, Rathaus, erste Etage)

Noch im 13. Jahrhundert, nach einer Phase des intensiven Ausbaus der Stadt, erhielt Angermünde seine Stadtmauer. Sie war das größte und (neben den Kirchen) wichtigste Bauwerk der mittelalterlichen Stadt. Die Stadt war gegenüber ihren Stadtherren, den Markgrafen von Brandenburg (später zeitweise auch den Herzögen von Pommern), verpflichtet, die Mauer ständig in Ordnung zu halten und auszubauen. Die Stadtmauer war mit Wikhäusern (auch „Weichhäusern“) ausgestattet (laut Katasterplan von Christoph Dietrich Wanckenheim, 1724, wahrscheinlich insgesamt 36), die Länge der Mauer betrug etwa 2,2 km.

Auch optisch trug die Mauer wesentlich zum Bild der Stadt bei: Die Mauer und die Türme der Stadt sorgten dafür, dass für Reisende und Einheimische die Stadt als etwas Besonderes in der Landschaft sichtbar wurde.

Die Funktion der Mauer wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte. Im Mittelalter als Verteidigungsanlage errichtet und ausgebaut, diente sie seit dem Ende des 17. Jahrhunderts vor allem der Kontrolle von Warentransporten und der Einnahme der Akzise (einer Verbrauchersteuer) sowie der Kontrolle von Soldaten, die in Angermünde stationiert waren.

Seit der Zeit um 1800 kam es zu Abrissen von Teilen der Stadtmauer, um Baumaterial zu gewinnen. 1829 wurde das Prenzlauer Tor abgerissen, bereits seit 1739 wurde der Bereich südlich vom Berliner Tor planiert und als Friedhof genutzt.

R. Gebuhr

Abbildung: Neuangermünde. Zeichnung Daniel Petzold, Anf. 18. Jh.

 
 

Gottfried Welk, der Vater das Schriftstellers Ehm Welk, wurde in den 1930er Jahren zum Vorbild der Romanfigur des Gottlieb Grambauer. „Die Heiden von Kummerow“ und vor allem „Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer“ schildern die Geschichte eines Bauern, der in der Zeit der Industrialisierung aus dem ländlichen Umfeld ausbrechen möchte und sozialen Aufstieg sucht:

Gottlieb Grambauers Vorfahren waren Kleinbauern seit drei Jahrhunderten schon. Da unten im Spreewald. Gottlieb war der erste gewesen, der ausbrach […] und nach Berlin ging. Worauf er nach trostloser Arbeit in einer Fabrik und in der Arbeitslosigkeit der Gründerjahre eine gewisse politische Einsicht in die Ursachen der sozialen Misere bekam […] und schließlich in Kummerow beim Grafen Runcowricz als Milchkühler landete. Als die Stadt ihn ein zweites Mal ablehnte, erwarb er mit mütterlichen Erbtalern den kleinen Hof und ging auf den Acker, dem er hatte entfliehen wollen. (E. Welk, Die Heiden von Kummerow)

Das Gemälde des Zeichners Willi Steinert dürfte aus einer Zeit stammen, als Vater Welk nach schweren Schicksalsschlägen Ende der 1920er Jahre von seinem Sohn nach Berlin geholt wurde, um bei ihm zu leben. Die Umstände, unter denen das Bild entstand, sind nicht mehr genau zu klären.

Ekhard Kolle / Ralf Gebuhr

 
 

Erste Angaben über Gasthäuser in Angermünde stammen aus dem 18. Jahrhundert. 1715 gab es in der Stadt zwei Gasthäuser 1. Klasse und 1756 führten Luckwaldt und Catteau zwei größere Gasthöfe mit Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste.
Bereits im Mittelalter gab es in Angermünde Herbergen für Pilger und Ausspannen für Fuhrleute. Mit dem Wechsel von der Botenpost zur Fahrpost mit Postkutschen nahm nach 1700 die Zahl der Reisenden zu. Ebenso förderte der Bau der Bahnstrecken im 19. Jahrhundert den Reiseverkehr und der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten nahm zu. Daher entstanden die ersten Hotels in der Nähe des Bahnhofes, 1854 das Hotel „Ammon“ und bis 1865 folgten „Drei Kronen“ und der „Berliner Hof“.

Daneben bestand eine recht beachtliche Zahl an Gastwirtschaften. So gab es um 1850 in Angermünde bei etwa 6.400 Einwohnern 12 Gastwirtschaften und 19 Schank- und Speisewirtschaften sowie Verkaufsstellen mit Getränkeausschank.

Die Gaststätten waren zugleich auch wichtige Zentren der Geselligkeit und der Kultur. Nur hier gab es Bühnen für Auftritte von Künstlern und Artisten, an den Wochenenden spielten Kapellen in den Biergärten und es gab separate Vereinsräume für die zahlreichen Vereine und Kränzchen.
Große Aushängetafeln wiesen an einigen Herbergen darauf hin, dass sich dort Unterkünfte für wandernde Handwerksburschen befanden. In Angermünde übernahm die Gasstätte „Zum Schweizer Hof“ diese Funktion.

Dr. Lutz Libert

 

Fotos: Museum Angermünde (Teller aus dem „Hotel zur goldenen Krone“ und dem Gasthaus „Reichshalle“

Eine literarischer Rückgriff auf die Zeit der Völkerwanderung ist aus dem Werk von Ehm Welk bekannt: Die „Heiden von Kummerow“ begeben sich von ihrem Dorf aus auf Wanderschaft, um die Stadt „Randemünde“ zu erobern.  Objekt des Monats Juli ist das Werk eines weiteren Uckermärkers, der sich literarisch mit der Zeit der Völkerwanderung beschäftigte. Friedrich Heinrich von der Hagen (1780 bis 1856) stammte aus Schmiedeberg bei Angermünde und wurde 1810 Professor für Deutsche Literatur an der Berliner Universität. Bekannt wurde er durch seine Übertragung des Nibelungenliedes in die hochdeutsche Sprache. Von hier aus lassen sich Spuren der Wirkung des Schmiedebergers bis in das Werk des Komponisten Richard Wagner verfolgen. Zu den bleibenden Verdiensten von der Hagens gehört auch eine Übersetzung der Märchen aus „Tausend und einer Nacht“, mit der er eine Tür zum Verständnis anderer Kulturen öffnete.

Bild: Titelbild Nibelungen Lied

Wenige Wochen nach der  Inbetriebnahme der ersten Eisenbahn in Deutschland von Nürnberg nach Fürth am 7. Dezember 1835 erfolgte im  März 1836 die Gründung einer Gesellschaft. Die den Bau einer Strecke von Berlin nach Stettin vorsah. 1837 begannen die Projektierungsarbeiten, 1840 der Bau und bereits am 15. November 1842 erfolgte die Inbetriebnahme der Strecke von Berlin bis Angermünde.  Bis zum 15. August 1843 konnte die gesamte Strecke fertiggestellt werden. Die Stadt Angermünde überließ der Eisenbahngesellschaft kostenlos Land und ließ auf dem künftigen Bahnhofsgelände Scheunen umsetzen.

Mit dem Bau weiterer Strecken nach Prenzlau und Stralsund, Oderberg- Freienwalde und Schwedt entwickelte sich Angermünde zu einem bedeutenden Bahnknotenpunkt im  Nordosten Brandenburgs Um 1900 war die Bahn mit etwa 1000 Beamten, Angestellten und Arbeitern der wichtigste Arbeitgeber in der Stadt.    

Mit der Bahn ließen sich Milch, Obst und Gemüse rasch zu den Molkereien und Großmärkten in den Metropolen transportieren, die Bahn wurde auch wichtigstes Transportmittel für landwirtschaftliche  Erzeugnisse, Bau- und Brennstoffe.

Die Eisenbahn entwickelte sich rasch zu einem kostengünstigen Verkehrsmittel für Urlaubs- und Erholungsreisen. Die Großstädter entdeckten mit der Bahn die wald- und seenreiche Landschaft um Angermünde als Naherholungsgebiet, das sich bequem für Tages- und Kurzreisen erreichen ließ und in der Nähe zum Bahnhof Angermünde entstanden bereits um 1850 mehrere Hotels.

Schon 1846 nahm der Verleger Baedeker in seinem Reiseführer die Strecke von Berlin nach Stettin mit auf. Vor allem bei der Anlage der Strecke von Angermünde nach Prenzlau erfolgte eine bewusste Einbindung der Eisenbahnstrecke in die Landschaft und durch eine ausgedehnte Kurve am Unteruckersee bietet sich den Reisenden aus dem ICE oder dem Regionalexpress wie vor 150 Jahren ein imposanter Blick auf die Silhouette von Prenzlau mit der markanten Marienkirche.

Dr. Lutz Libert

Foto: Museum Angermünde, Dienstmütze eines Heizers

Im Eingangsbereich zum Armarium der Klosterkirche weist ein Ziegelstein im Fußboden den Eindruck einer Hundepfote auf. Anscheinend lief hier ein Tier über den zum Trocknen abgeleg­ten Rohling. Warum fand jedoch dieser dann eigentlich minderwertige Stein an so exponierter Stelle einen Platz?

Vor dem Beginn der industriellen Ziegelproduktion erfolgte das Brennen der Steine vor Ort in einfachen Feldbrandöfen. Vor dem Brand lagerten die Steine zum Trocknen zwar im Freien, je­doch auf der langen Schmalseite, nicht flach abgelegt. Tiere konnten so keine Fußabdrücke hinterlassen.

Museum Angermünde

Auch in zahlreichen anderen Backsteinbauten, in Dorfkirchen, an Stadtmauern und der Greif­fenberger Burg lassen sich Ziegel mit Hunde- oder Katzentapsen, Handumrissen oder Ab­drücken von Kinderfüßen finden. Ihre Verwendung im Mittelalter diente zur Abwehr böser Mächte, Dämonen, Geister oder gar des Teufels. Dem Volksglauben zufolge ließen sich die mit Tierklauen ausgestatteten bedrohlichen Gestalten durch diese Zeichen in den Ziegeln täu­schen. Sie sollten glauben, dass hier bereits andere Geistwesen ihre Besitznahme mit den Abdrücken signalisierten und weiterziehen.

Dr. Lutz Libert

 

Foto: Museum Angermünde, Menschlicher Fußabdruck auf einem Backstein aus der Klosterkirche Angermünde

Totenkronen sind als Grabbeigaben durch archäologische Ausgrabungen auf Friedhöhen für die Zeit seit etwa 1550 belegt. In der Zeit des Barocks wandelte sich dieser Brauch dahingehend, dass die Kronen nach der Beerdigung im Kirchenraum auf einem Konsolbrett befestigt wurden. Diese Kronen erinnerten an verstorbene Säuglinge, Kinder und unverheiratet verstorbene Frauen und Männer, galt doch die Ehe als Bestandteil eines erfüllten Lebens. Die Totenkrone ersetzte also die Brautkrone und auch die Gestaltung mit einer umflochtenen Drahtkrone sowie die an einem Kissen befestigten Bänder war weitgehend identisch.

Im 19. Jahrhundert  verschwanden viele dieser Kronen mit anderem Schmuck aus den Kirchen, sei es, weil sie arg zerschlissen waren, es keine Angehörigen mehr gab oder weil die Geistlichen nur das „reine Wort Gottes“ im Kirchenraum  zulassen wollten.

Einige Totenkronen und die mit Inschriften versehenen Konsolbretter gelangten in das Regional- und Heimatmuseum. Sieben dieser – inzwischen fachmännisch restaurierten Bretter und zwei nach den Vorlagen neu angefertigte Totenkronen aus dem Bestand des Angermünder Museums werden im Armarium der Klosterkirche vom 30.April 2019 an ausgestellt.

Dr. Lutz Libert

 

Foto: Museum Angermünde, Restaurierte Konsolbretter für Totenkronen in der Klosterkirche Angermünde 

Aktuelle Bilder der Baustelle

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