Sachbeschädigung am sowjetischen Ehrenmal im Friedenspark
Sachbeschädigung am sowjetischen Ehrenmal im Friedenspark
Stadt Angermünde verurteilt Zerstörung
Angermünde, den 06. November 2026
Am sowjetischen Ehrenmal im Friedenspark Angermünde ist es zu einer schweren Sachbeschädigung gekommen: Unbekannte haben in der Nacht vom 4. auf den 5. November 2026 den oberen Abschluss des Denkmals (Tympanon) mit dem Sowjetstern gewaltsam vom Bauwerk gestoßen und dabei vollständig zerstört. Das Bauteil zerbrach in zwei große Teile sowie mehrere Fragmente.
Die Stadt Angermünde hat wegen des Vorfalls Strafanzeige erstattet. Die genaue Schadenshöhe wird derzeit ermittelt.
Stadt setzt sich für den Erhalt des Ehrenmals ein
Der Vorfall trifft ein Denkmal, dessen Erhalt die Stadt Angermünde derzeit intensiv vorbereitet. Das sowjetische Ehrenmal im Friedenspark wurde 1946/1947 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Es erinnert an die Verbrechen des faschistischen Regimes und dient als Gedenkstätte für 36 sowjetische Soldaten und Zivilisten, deren Gebeine dort ruhen.
Aufgrund erheblicher Schäden an den Säulenbasen und der Bekrönung musste das Bauwerk bereits im Frühjahr 2026 gesichert werden. Im Sommer wurde eine statische Abstützung installiert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und das Denkmal bis zu einer umfassenden Sanierung zu schützen.
Die Planungen für die Sanierung laufen bereits. Eine entsprechende Beratungsvorlage befindet sich derzeit im politischen Gremienverfahren der Stadt Angermünde. Der Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschuss hat sich am 4. November 2026 erstmals mit dem Thema befasst. Vorgesehen sind der Erhalt und die würdevolle Gestaltung des Ehrenmals sowie eine Sanierung auf Grundlage der vorliegenden fachlichen Empfehlungen. Dafür sollen Fördermittel von Land und Landkreis sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten geprüft und beantragt werden. Ziel ist es, den Eigenanteil der Stadt möglichst gering zu halten.
Erinnerung und Gedenken dürfen nicht beschädigt werden
Die Zerstörung des Tympanons ist nicht nur ein erheblicher materieller Schaden an einem denkmalgeschützten Bauwerk. Sie betrifft auch einen Ort des Gedenkens an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus.
Die Stadt Angermünde verurteilt die Tat ausdrücklich. Das Ehrenmal ist Teil der örtlichen Erinnerungskultur und steht für das Gedenken an Menschen, die im Krieg ihr Leben verloren haben. Die Stadt wird sich ungeachtet des aktuellen Schadens weiterhin für den Erhalt und die würdige Gestaltung der Gedenkstätte einsetzen.
Hinweise, die zur Aufklärung der Tat beitragen können, werden gebeten, der Polizei mitzuteilen.

