Museum

Ein neues Museum für Angermünde

Das ehemalige Ehm Welk- und Heimatmuseum in der Puschkinallee 10 soll noch in diesem Jahr seinen neuen Standort im Haus Uckermark, Hoher Steinweg 17/18 beziehen. Momentan wird das Haus Uckermark restauriert und umgebaut. Ende des Jahres wird das neue Museum eröffnet. Alle weiteren Informationen zum Museum erhalten Sie zeitnah auf dieser Seite. 

Ansprechpartner der Stadtverwaltung Angermünde

Herr Ralf Gebuhr
Tel.: 03331-260072
Fax: 03331-260045
museum@angermuende.de
Dienstsitz: Heinrichstraße 12, 16278 Angermünde

Herr Dr. Lutz Libert
Tel.: 03331-260058
Fax: 03331-260045
fundus@angermuende.de
Dienstsitz: Puschkinallee 10, 16278 Angermünde

Veranstaltungsreihe „Objekt des Monats“

Ende des Jahres öffnet das Angermünder Museum in den neuen Räumen im Haus Uckermark direkt am Marktplatz der Stadt – mitten in der historischen Altstadt. Doch bis dahin möchte das Team des Museums die Zeit nutzen und mit der Reihe „Objekt des Monats“ besondere Ausstellungsstücke der Öffentlichkeit präsentieren. Ab Ende April bis zur Eröffnung des neuen Hauses wird das Team des Museums monatlich ein „Objekt des Monats“ präsentieren. Die Veranstaltung ist öffentlich. Kommende Termine und Informationen zu den jeweiligen Objekten werden über den Presseverteiler sowie auf der Webseite der Stadt Angermünde mitgeteilt. 

Hier finden Sie nähere Informationen, zu den bereits vorgestellten Objekten im Rahmen der Veranstaltungsreihe:

Nächste Termine: 29. Oktober, 24. September, 27. August, 30. Juli, 25. Juni

Am 25. Juni 2019 thematisiert das Team des Angermünder Museums die Eisenbahngeschichte der Stadt

Wer wusste schon, dass bei der Planung des ersten Bahnhofs in Angermünde überlegt wurde, die Klosterkirche zu einem Eisenbahndepot umzubauen? Diese und weitere spannende geschichtliche Gegebenheiten werden am Dienstag, 25. Juni 2019 um 10 Uhr bei der dritten Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Objekt des Monats“ thematisiert.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Dienstmütze eines Heizers, wie sie bei der Deutschen Reichsbahn in den 50er und 60er Jähren getragen wurde. Es soll also auch um die Eisenbahngeschichte von Angermünde gehen – die Eisenbahn, die bereits im 19. Jhd. Besucher in die Stadt und in die Uckermark gebracht hat.

Nicht zu vergessen: Die neue Eisenbahn hat seinerzeit auch den Lebenslauf des „Gottlieb Grambauer“ verändert, des Vaters von Ehm Welk, der sich aus seiner Heimatstadt Lübbenau im Spreewald mit der neuen Bahn nach Berlin aufmachte, um später im uckermärkischen „Kummerow“ eine neue Heimat zu finden.

Dienstmütze eines Heizers (Foto Museum)

Mai: Dämonensteine – Mittel gegen böse Mächte

Im Eingangsbereich zum Armarium der Klosterkirche weist ein Ziegelstein im Fußboden den Eindruck einer Hundepfote auf. Anscheinend lief hier ein Tier über den zum Trocknen abgeleg­ten Rohling. Warum fand jedoch dieser dann eigentlich minderwertige Stein an so exponierter Stelle einen Platz?

Vor dem Beginn der industriellen Ziegelproduktion erfolgte das Brennen der Steine vor Ort in einfachen Feldbrandöfen. Vor dem Brand lagerten die Steine zum Trocknen zwar im Freien, je­doch auf der langen Schmalseite, nicht flach abgelegt. Tiere konnten so keine Fußabdrücke hinterlassen.

Auch in zahlreichen anderen Backsteinbauten, in Dorfkirchen, an Stadtmauern und der Greif­fenberger Burg lassen sich Ziegel mit Hunde- oder Katzentapsen, Handumrissen oder Ab­drücken von Kinderfüßen finden. Ihre Verwendung im Mittelalter diente zur Abwehr böser Mächte, Dämonen, Geister oder gar des Teufels. Dem Volksglauben zufolge ließen sich die mit Tierklauen ausgestatteten bedrohlichen Gestalten durch diese Zeichen in den Ziegeln täu­schen. Sie sollten glauben, dass hier bereits andere Geistwesen ihre Besitznahme mit den Abdrücken signalisierten und weiterziehen.

Lutz Libert

Museum Angermünde
Menschlicher Fußabdruck auf einem Backstein aus der Klosterkirche Angermünde (Foto Museum)

April: Totenkronen – vergängliche Zeugnisse der Erinnerung

Totenkronen sind als Grabbeigaben durch archäologische Ausgrabungen auf Friedhöhen für die Zeit seit etwa 1550 belegt. In der Zeit des Barocks wandelte sich dieser Brauch dahingehend, dass die Kronen nach der Beerdigung im Kirchenraum auf einem Konsolbrett befestigt wurden. Diese Kronen erinnerten an verstorbene Säuglinge, Kinder und unverheiratet verstorbene Frauen und Männer, galt doch die Ehe als Bestandteil eines erfüllten Lebens. Die Totenkrone ersetzte also die Brautkrone und auch die Gestaltung mit einer umflochtenen Drahtkrone sowie die an einem Kissen befestigten Bänder war weitgehend identisch.

Im 19. Jahrhundert  verschwanden viele dieser Kronen mit anderem Schmuck aus den Kirchen, sei es, weil sie arg zerschlissen waren, es keine Angehörigen mehr gab oder weil die Geistlichen nur das „reine Wort Gottes“ im Kirchenraum  zulassen wollten.

Einige Totenkronen und die mit Inschriften versehenen Konsolbretter gelangten in das Regional- und Heimatmuseum. Sieben dieser – inzwischen fachmännisch restaurierten Bretter und zwei nach den Vorlagen neu angefertigte Totenkronen aus dem Bestand des Angermünder Museums werden im Armarium der Klosterkirche vom 30.April 2019 an ausgestellt.

Lutz Libert

Restaurierte Konsolbretter für Totenkronen in der Klosterkirche Angermünde (Foto Museum)

Aktuelle Bilder der Baustelle



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