Hortkinder entdecken Angermünde

Ein Bericht der Hortleiterin Monika Krüger

Mittlerweile zu einer festen Tradition geworden, fanden im April die Stadtentdecker-Tage im Hort „Am Mündesee“ statt. Über die Woche verteilt gilt es, auf unterschiedlichste Art und Weise, unsere Stadt Angermünde zu entdecken und zu erkunden. Die Erzieher/innen organisierten verschiedene Aktivitäten, bei denen sich die Kinder je nach Interesse anmelden konnten.

Unter anderem gingen einige der Frage nach: Wo kommt die Musik in der Kirche her?

Rainer Rafalsky, Kantor der evangelischen Kirche, hat die Frage gleich zwei Kindergruppen beantwortet. Er hat die Wagnerorgel der Marienkirche vorgestellt, erklärt und natürlich auch darauf gespielt. Die Kinder durften sogar hinter die Orgel schauen und versuchen, die alten Blasebälge zu bewegen. Interessant war ebenso, dass die Kinder selbst Organist sein und kräftig in die Tasten hauen konnten, um den bis zu 5,50 m langen oder 15 mm kurzen der ungefähr 2000 Pfeifen ein paar Töne zu entlocken. Vielen Dank Herr Rafalsky für dieses Erlebnis und die vielen wissenswerten und interessanten Entdeckungen zur Technik und Geschichte dieses großen Instrumentes.

Eine ganz neue Entdeckung machten einige Kinder im Rathaus, als sie Frau Neujahr, verantwortlich  für Öffentlichkeitsarbeit, besuchten. Am Computer erlebten alle gemeinsam einen Stadtrundgang der besonderen Art. Virtuell ging es auf die Reise durch die Angermünder Ortsteile. Es war interessant, mit einem Mausklick neue Wege und Straßen durch Angermünde zu gehen oder sogar am Monitor in den Bioladen „Wildblume“ einzutreten.

Natürlich hatten die Kinder auch eine Aufgabe zu erfüllen: Auf einem Stadtplan haben sie bestimmte Gebäude und Straßen eingezeichnet, die sie vorher visuell abgelaufen sind. Dann ging es mit dem erstellten Plan durch die Stadt. Die Kinder orientierten sich am Markt als Ausgangspunkt und wussten ganz schnell, wo es weiter geht.

Am Donnerstag stand ein Besuch im Pulverturm auf dem Plan.

Anne Hildebrand holte die Kinder einige Hundert Jahre zurück in die Vergangenheit. Während die Kinder an der Stadtmauer entlang liefen, erzählte sie  ihnen von spannenden Ereignissen und kurze Geschichten. Auch die Bewohner des Turms blieben nicht unentdeckt. Seit 1850 nisten auf seiner Turmspitze Störche. Der von außen schon spannendende 21 Meter hohe Turm wurde innen gleich nochmal so aufregend. Kampfgeräte, Wandzeitungen und eine Menge Staub blitzten aus allen Entdeckern entgegen. Besonders auffällig war die Tiefe des Turms. 3,5 Meter konnte hinunter geschaut werden. „Ganz schön gruselig“ fanden einige Kinder. Wir danken für die kurze, jedoch liebevolle und ereignisreiche Führung.

Auch das Stadtarchiv blieb in dieser ereignisreichen Woche nicht unentdeckt. Der Stadtarchivar Herr Schmidt führte uns durch die Räume und erklärte den Kindern die Aufgabe eines Archivs. Dieses ist mit seinen bedeutenden Beständen von historischen Dokumenten aus sieben Jahrhunderten ein Anlaufpunkt für Historiker Familien- und Heimatforscher, Studenten und Schüler.

Besonderes Interesse galt dem ältesten Buch im Archiv, das ca. 450 Jahre alt ist. Aber auch alte Stadtpläne, Urkunden, Bauakten und Zeitungen beeindruckten die Kinder sehr. Viele Fragen konnte Herr Schmidt kindgerecht Beantworten und stillte so die Neugier seiner kleinen Besucher.

Danke an Herrn Schmidt auch für die Einladung zu einem weiteren Treffen im Archiv – dem Gedächtnis der Stadt Angermünde.

Um den Umgang mit den heute so wichtigen Medien nicht zu kurz kommen zu lassen, wurde Angermünde mit der „Profi“-Kamera einer Erzieherin untersucht und festgehalten. Bekannte und interessante Gebäude, Blumen, Straßennamen und Kunstobjekte wurden fotografiert.

Es war spannend zu sehen, was bei den Kindern das Fotointeresse weckte.

Am Folgetag durften die Kinder sich zurück erinnern und liefen den Weg gedanklich noch einmal ab. Die Stadt wurde als Karte aufgemalt und die gemachten Bilder zugeschnitten und aufgeklebt. Dabei kam es zu angeregten Gesprächen über „unsere Stadt“, denn es war manchmal nicht leicht von oben auf die Stadt zu schauen und die Orientierung nicht zu verlieren.

Die so entstandene Karte hing im Hort aus und diente dazu, auch den Eltern zu zeigen was alles Spannendes in dieser Woche entdeckt wurde.

Eine ganz andere Form von Stadtplan erarbeitete eine Kindergruppe, die es sich zum Aufgabe gemacht hat, einen Flyer von Kindern für Kinder zu gestalten.

Nachdem alle von den Kindern für besonders interessant befundenen Anlaufstellen im Stadtplan markiert waren, galt es den optimalen Rundgang festzulegen, der mit Hilfe des Flyers die Besucher der Stadt mit ihren Kindern auf eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise schicken soll.

Ausgestattet mit Schrittzähler, Zeitmesser und einem tollen Vermessungsrad vom Bauhof der Stadt, ging es Kreuz und Quer durch die Stadt. Unterwegs durfte eine Qualitätsprüfung des Eisgeschmackes natürlich nicht fehlen, denn von Anfang an war allen klar, dass auf einen Kinderflyer auf jeden Fall auch die Eisdielen gehören.

Nach drei Tagen Vermessung wurden alle Daten und entdeckten Besonderheiten inkl. Geheimtipps zusammengetragen und sich gemeinsam über die Gestaltung eines Flyers verständigt. Die aufwändigen Arbeiten an dem Projekt halten noch immer an und werden, so hoffen alle beteiligten, mit einem fertigen Flyer in der Stadtinformation enden.

 

Neben der Touristeninformation gibt es noch einen weiteren Ort, der unendlich viele Informationen und spannende Geschichten für Kinder bereithält:

12 Kinder unseres Hortes besuchten ihn und lernten so die Angermünder Stadtbibliothek kennen. Frau Hanf erwartete sie und erklärte den Kindern, dass sie dort Bücher, CDs, Hörspielkassetten, Zeitschriften und Spiele ausleihen können. Hierfür ist eine Mitgliedschaft nötig. Besonders gefiel den Kindern ihre Buchvorstellung, worin das Märchen vom Rotkäppchen einmal anders erzählt wurde. Beim Märchenraten gab es sogar Schokolade zu gewinnen.

Nach dem sich alle Kinder in der Bibliothek umsehen konnten und sich einige Bücher angeschaut hatten, waren viele so interessiert und begeistert, dass sie sich Infomaterial zur Anmeldung mit nach Hause nahmen.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Hanf für die Vorstellung der Bibliothek und die spannende Buchlesung.

Unsere Stadtentdeckerwoche ist besonders für die Erzieher/innen eine gute Gelegenheit, um auf das ein oder andere Neue in der Stadt aufmerksam zu machen. Dazu gehörten in diesem Jahr die Fitnessgeräte an der Promenade des Mündesees. Begeistert wurden diese genutzt und die Möglichkeiten die sie bieten  ausgiebig erkundet. Auch im Kaisergarten war das Staunen groß. Die Kinder trauten kaum ihren Augen, als sie dort ebenfalls Fitnessgeräte stehen sahen. Das hatte noch keines der Kinder gewusst. Diese bieten Jugendlichen eine tolle Möglichkeit zum Sport treiben.

Am liebsten hätten die Kinder die Geräte „für die Großen“ gleich richtig ausprobiert, bei Erwärmung mit Musik und kleinen Fitnessübungen auf der Wiese hatten sie jedoch so viel Freude, dass dies schnell vergessen war.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei unserem Bürgermeister und seinem Team recht herzlich für diese tolle Idee zur sportlichen Betätigung bedanken und ihm sagen, dass wir hoffen, dass sie durch Nichts und Niemanden zerstört werden.

Wann immer wir mit unseren Hortkindern in der Nähe sein werden, werden wir wachsam sein.

Insgesamt war die Hortzeit viel zu knapp, um sich richtig auszupowern und alles zu erkunden. Ein guter Grund, noch einmal selbst in der Freizeit mit Eltern, Oma, Opa oder Freunden auf Entdeckungstour durch die Stadt zu gehen und ihnen zu zeigen, was „unsere Stadt“ zu bieten hat.



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