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Nach Hackerangriff: Stadt Angermünde kann Standesamt wieder öffnen

Stadt Angermünde kann Standesamt wieder öffnen

IT-System der Stadtverwaltung noch nicht vollumfänglich wieder hergestellt

Nach einem massiven Hacker-Angriff Ende März wurde das gesamte IT-System der Stadtverwaltung Angermünde lahmgelegt. Noch immer versuchen Spezialfirmen Daten wiederherzustellen. Der gesamte Bürgerservice musste eingestellt werden. Nun kann das Standesamt der Stadtverwaltung Angermünde ab dem 14. Mai wieder öffnen. Bürger können dafür ab Montag wie gewohnt Termine unter der Telefonnummer 03331 260042 vereinbaren. Die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, auch das Bürgerbüro wieder öffnen zu können.

Das Standesamt tätigt alle amtlichen Vorgänge betreffend Geburten, wie Eintragung ins Geburtenregister oder Ausstellung einer Geburtsurkunde, Eheschließungen oder Todesfälle und Ausstellung einer Sterbeurkunde. Viele dieser Leistungen können nicht aufgeschoben werden. Doch dank einer Kooperation mit dem Amt Oder Welse war es Angermünde in den letzten Wochen möglich, einige dringende Aufgaben von Pinnow aus zu erledigen. Nun kann das Standesamt in Angermünde wieder die Arbeit aufnehmen. Es können auch notwendige Beglaubigungen erfolgen.

Die massiven technischen Störungen wurden durch einen Verschlüsselungstrojaner hervorgerufen, der das gesamte System der Stadtverwaltung schädigte. Die städtische IT-Abteilung arbeitet in Zusammenarbeit mit Fachfirmen an der Wiederherstellung der Daten und des Systems, was viel Zeit in Anspruch nimmt.

Bürgermeister Frederik Bewer zur Situation: „Ich bedauere wirklich sehr, dass der Hackerangriff auch so massive Auswirkungen auf die Bürgerdienste hat. Hier bitte ich um Verständnis, auch wenn ich weiß, dass es im Einzelfall mehr als ärgerlich ist, wenn man z.B. seinen Ausweis nicht erneuern kann. Ich hätte mit Beginn der Aufarbeitung des Angriffs nicht gedacht, dass diese so lange dauert und so kompliziert ist. Die Datenwiederherstellung ist hoch komplex und wir hoffen, dass sie gelingen kann. Sonst wären rund 3 Monate Arbeit verloren und müssten wieder aufgeholt werden. Ich weiß, dass der Angermünder Fall auch in anderen uckermärkischen Kommunen zu erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geführt hat. Wir werden demnächst auch einen Erfahrungsaustausch über die Kreisarbeitsgemeinschaft Uckermark des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg anbieten. Auch über den im letzten Jahr gegründeten Verband Digitale Kommunen Brandenburgs, wo die Stadt Angermünde Gründungsmitglied ist, wird es diesen Erfahrungsaustausch geben. Ich hoffe, dass unsere sehr schmerzliche Erfahrung über diesen Austausch anderen Verwaltungen erspart werden kann.“

 

Angermünde, 17.05.2021

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