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Stadt saniert Moschel-Mausoleum und plant Nutzung als Bestattungsort

Stadt saniert Moschel-Mausoleum

Historische Grabstätte soll wieder für Bestattungen genutzt werden

Auf dem Stadtfriedhof von Angermünde sticht ein Bauwerk allen Besuchern sofort ins Auge – das 1913 vom Emaillierwerksbesitzer Willy Moschel erbaute Familien-Mausoleum. Der imposante Ziegelbau mit seiner Sandsteinfassade ist ein wichtiges Denkmal auf dem städtischen Friedhof, hat aber großen Sanierungsbedarf. Seine Außenhülle wurde 2017 bereits aufwändig saniert, nun findet die Restaurierung des Innenraums statt. Nach den Bauarbeiten, die bis Ende des Jahres andauern, soll die Grabstätte als solches auch wieder genutzt werden und erstmals auch regelmäßig zu besichtigen sein.

Michael Deinert, Friedhofsverwalter der Stadt Angermünde, hat konkrete Pläne für die zukünftige Nutzung: „Nach der erfolgten Innensanierung soll die ehemalige Gruft als Kolumbarium, also als Urnenwand genutzt werden. Die Kuppel und das zukünftige Kolumbarium werden indirekt beleuchtet, historische Kerzenhalter mit LED-Kerzen betrieben. Ein im Boden eingelassenes Glaselement aus Sicherheitsglas soll für mehr natürliches Licht im Gruftraum sorgen und einen Einblick gewähren. So sind Urnenbeisetzungen mit Trauerfeiern im kleinen Familienkreis, die Andacht der Verstorbenen im Kolumbarium und die Besichtigung für Besucher des Friedhofs zu bestimmten Zeiten möglich.“

Von 1978 bis 1979 fanden im Moschel-Mausoleum bereits Trauerfeiern statt, da zu dieser Zeit die Trauerhalle neu gebaut wurde. Seit einigen Jahren war eine zeremonielle Nutzung oder Besichtigung jedoch nicht mehr möglich, da die Sicherheit durch herabfallende Deckenelemente und Schäden am Fußboden nicht mehr gegeben war. Das soll sich nun ändern: Der gesamte Innenraum wird für rund 182.000 Euro saniert. Davon trägt das Land Brandenburg 90.000 Euro, der Landkreis Uckermark fördert das Bauprojekt mit 10.000 Euro. Die restlichen Mittel werden durch die Stadt Angermünde bereitgestellt.

Edith Scholz, Bauleiterin bei der Stadt Angermünde, fasst die geplanten Arbeiten zusammen: „Sämtliche Marmorplatten an Wänden und Boden müssen entfernt, zwischengelagert und nach der Aufbereitung eingesetzt werden. Gebrochene Platten und Fehlstellen werden entsprechend ersetzt und später wieder eingebaut. Der Ziersarkophag wird gereinigt und im Gruftraum wieder aufgestellt. Das Gebäude bekommt einen Stromanschluss und Beleuchtung. Eine zusätzliche Gittertür soll die Betrachtung des Innenraumes ermöglichen und vor Diebstahl und Vandalismus schützen. Fehl- und Bruchstellen in der Kuppel werden durch einen Stuckateur, in alter handwerklicher Tradition, ergänzt bzw. Hohlräume geklebt.“

 

Weitere abgeschlossene Projekte auf den städtischen Friedhöfen

In den letzten Monaten konnten durch die Friedhofsverwaltung andere Projekte bereits fertiggestellt werden: So sind die Urnengemeinschaftsanlagen in den Ortsteilen Schmargendorf und Stolpe, wie bereits in Greiffenberg und Herzsprung, finalisiert. Zwei Granitstehlen bieten nun die Möglichkeit der Namensnennung einer dort beigesetzten Urne. Weiterhin dient der Bereich an den Stehlen als Ablage für Blumen und Gestecke.

Auf dem Angermünder Friedhof sind in der Urnengemeinschaftsanlage II die Blumenablagen fertiggestellt worden. Ein gespendetes Bronzekreuz ziert die Mittelablage. Die Friedhofsverwaltung weist darauf hin, dass Blumen und Grabbeigaben ab dem 01.11.2020 dort abzulegen sind. Die Stadtgärtner werden dann in der Urnengemeinschaftsanlage alle Blumen und Grabbeigaben auf die dafür vorgesehenen Blumenablagen legen. Zu Trauerfeiern ist es weiterhin gestattet, den Blumenschmuck der unmittelbaren Familienangehörigen z.B. Blumengesteck oder Kranz auf der Grabstätte abzulegen.