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E-Lastenanhänger bei der Stadtverwaltung ausleihen und Probefahren

E-Lastenanhänger einfach entleihen – Stadt Angermünde bietet Probefahren an

Per Beschluss sollen zukünftig Elektro-Lastenfahrräder kostenlos zur Verfügung gestellt werden

Lastenfahrräder und -anhänger können vor allem im Stadtverkehr eine Transport-Alternative mit vielen Vorteilen sein. Doch noch sind die innovativen Räder im Angermünder Stadtbild eine Seltenheit. Die Stadtverwaltung bietet Angermünder Unternehmen nun einen Elektro-Lastenanhänger kostenlos zur Probe an. „Und auch die Verwaltung selbst testet nun erste Anwendungsmöglichkeiten für die eigenen Aufgabenbereiche“, so Bürgermeister Frederik Bewer. Darüber hinaus wird gerade ein Beschluss durch die zwei Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und CDU auf den Weg gebracht, mit dem die Stadt zukünftig elektrische Lastenfahrräder anschaffen und kostenlos zur Verfügung stellen kann.

Carla Cargo heißt der mit einem Elektromotor betriebene Anhänger, den man als Handwagen mit bis 6 km/h oder als Fahrradunterstützung bis 25 km/h nutzen kann und der ab sofort bei der Stadt zum Kennenlernen bereitsteht. Er kann mit einer Zuladung von 150 kg als Lastenanhänger und 200 kg als Handwagen beladen werden. „Wir haben durch die auftragsrad GmbH aus Berlin mit Geschäftsführer Nico Wünsche die Möglichkeit erhalten, dieses neue Transportmittel nun kostenlos auszuprobieren. Das wollen wir auch Gewerbetreibenden und Organisationen in Angermünde ermöglichen. Man kann den Anhänger mit einem Fahrrad über die Stadtverwaltung ganz einfach ausleihen und probieren“, so Frederik Bewer.

Erste Interessenten gibt es bereits: So hat Marcel Schwichtenberg, Inhaber des Naturkostladens Wildblume und Stadtverordneter in der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen schon klare Vorstellungen für die Nutzung eines solchen Transportwagens. „Wir haben gerade ältere Kunden, die schwere Einkäufe wie Wasserkästen gerne nach Hause geliefert bekommen möchten. Dafür wäre so ein Lastenanhänger optimal. Auch die städtischen Horte werden von uns regelmäßig mit Äpfeln beliefert. Dafür könnten wir in Zukunft den PKW stehen lassen, was sehr wünschenswert wäre.“

Und auch Anett Lauzening von Grünflächenamt hat sofort Ideen, wie der elektrobetriebene Handwagen für die Stadtpflege durch ihr Team eingesetzt werden kann: „Einer unserer Mitarbeiter kontrolliert regelmäßig die Spielplätze und sammelt Müll und Unrat im Stadtgebiet ein. Dafür werden wir es zeitnah ausprobieren, denn selbst mit einem kleinen Transportfahrzeug, wie dem Multicar, ist es oft sehr umständlich und unpraktisch. Auch auf dem Friedhof oder bei der Pflege von Grün- und Parkanlagen ist ein Einsatz von Lastenrädern denkbar.“

Interessierte Firmen können sich bei Christin Neujahr telefonisch unter der 03331-260067 oder per Mail an ch.neujahr@angermuende.de melden.

Beschlussvorlage Lastenrad-Förderung

Robert Schindler, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen arbeitet gerade zusammen mit der CDU eine Beschlussvorlage für den kommenden Gremiendurchlauf aus. Diese wird auch von der Stadtverwaltung und von Bürgermeister Frederik Bewer sehr befürwortet. „Der Beschluss sieht vor, dass sich Angermünde an der Initiative des Landes Brandenburg zur Klima- und Mobilitätswende beteiligt und Fördermittel für die Anschaffung von fünf Elektro-Lastenfahrrädern bzw. -anhängern beantragt“, so Robert Schindler. „Diese sollen dann der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.“

Die notwendige Leih- und Ladeinfrastruktur soll dann ebenfalls durch die Stadt Angermünde in Form einer Nutzungs- und Reservierungsordnung sowie durch die Bereitstellung von festen Ausleihorten umgesetzt werden. „Hier kommen auch unsere Gesellschaften, die Städtischen Werke Angermünde und die Wohnbauten GmbH Angermünde Land ins Spiel und können sicherlich mit ihren Infrastrukturen beim Laden und Unterbringen der Fahrräder unterstützen“, so Frederik Bewer.

Bei der Fördermöglichkeit durch das Land Brandenburg handelt es sich um eine Förderrichtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) mit dem Ziel, durch eine Lastenradprämie das Fahrrad als alternatives gewerbliches und privates Transportmittel in Brandenburg zu etablieren. Das MIL unterstützt daher die Anschaffung von Lastenfahrrädern mit und ohne Elektroantrieb mit einem Fördersatz von bis zu 80 Prozent, sofern diese für die Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Dies erhöht natürlich die Zahl der Nutzenden und ist daher ein wichtiger Effekt.

Fotos: Anett Lauzening (Leiterin Grünflächenamt bei der Stadt Angermünde), Frederik Bewer (Bürgermeister der Stadt Angermünde), Robert Schindler (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen in der Angermünder Stadtverordnetenversammlung), Marcel Schwichtenberg (Stadtverordneter in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Inhaber Naturkostladen Wildblume) mit Familie (v.l.n.r.) freuen sich über die Möglichkeit, so ein Transportmittel in der Praxis zu testen. 

Entwicklung des Radverkehrs in Angermünde

Der Ausbau von sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und E-Bikes am Bahnhof Angermünde und an weiteren Knotenpunkten bleibt für die Stadt weiterhin ein wichtiges Thema, das bei der Bereitstellung von hochwertigen Elektro-Rädern und Lastenrädern immer mitgedacht werden muss. Erst im letzten Jahr konnten durch eine Bundesförderung 32 neue Fahrradstellplätze am Bahnhof von der Stadt Angermünde installiert und in Betrieb genommen werden – für viele Pendler Grundvoraussetzung zum Umstieg auf das Fahrrad. Nun prüft die Stadt, ob noch eine Überdachung gefördert werden kann und welche Maßnahmen darüber hinaus umgesetzt werden können.

Das im Jahr 2019 zusammen mit den Angermünder Bürgerinnen und Bürgern erstellte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) zeigt darüber hinaus viele Optionen und Bedarfe für Radwege als Verbindung zwischen den Ortsteilen und der Kernstadt. Diese sind als Alltagsradwege für Einheimische aber auch Touristen interessant und können die Nutzung von Fahrrädern für tägliche Wege erhöhen. Ein neues Radwander- und Wanderwegekonzept wird gerade durch die Stadt Angermünde erstellt. Hier sollen auch die Ergebnisse des INSEK einfließen und das bisherige Konzept aus dem Jahr 2011 aktualisiert werden. Die damals formulierten Maßnahmen wurden so gut wie umgesetzt. Doch vor allem das INSEK zeigt, wie es nun in der gezielten Entwicklung der Radwege weitergehen kann.

„Das INSEK und das neue Radwegekonzept sind für die Stadt wichtige Komponenten und Grundlagen, wenn es um den Ausbau der Radwege in Angermünde geht. Aktuell wurde vom Bundesamt für Güterverkehr ein Sonderprogramm „Stadt und Land“ vorgestellt, das Radwege und moderne Abstellanlagen mit bis zu 90 Prozent fördert. Der Fachbereich Bauen und Planen der Angermünder Stadtverwaltung prüft nun, inwieweit Angermünde dieses neue Förderprogramm nutzen kann und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen“, informiert Christin Neujahr, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Angermünde.

 

Klimafreundliche Strom- und Wärmegewinnung in Angermünde

Die Themen Radfahren und Elektromobilität sind darüber hinaus für die gesamte Ausrichtung der Stadt Angermünde mit ihren klimabewussten Akteuren ein wichtiger Baustein. Auf dem Gebiet der nachhaltigen Strom- und Wärmegewinnung sind Unternehmen wie Ako Tec, das solarthermische Anlagen selbst entwickelt und vertreibt, wichtige Leuchttürme.

Nun kommt mit der auroraSolar GmbH ein weiteres Unternehmen dazu. Die Solarfirma von Manfred Lein erbaut im Angermünder Gewerbegebiet Oderberger Straße gerade ihren Geschäftssitz. Sie plant und installiert Photovoltaikanlagen und Speichermedien. „Ich bin nach Angermünde gekommen, um meine Vision einer dezentralen und nachhaltigen Energieerzeugung und Nutzung für jedermann und zu jeder Zeit umzusetzen“, so Manfred Lein. „Dieses Thema, im Kontext von nachhaltigem Tourismus, Landwirtschaft und Energieerzeugung kann für die Entwicklung von Angermünde und Umgebung eine herausragende Rolle spielen. Auch in Bezug auf Lademöglichkeiten von E-Bikes gibt es z.B. mit Solarglasflächen Lösungen, die sich auch in Angermünde gut umsetzen lassen.“

Wie zukünftig mit Solar- und Photovoltaikanlagen im historischen Stadtkern verfahren werden kann, wird gerade mit der Überarbeitung der Gestaltungssatzung der Stadt Angermünde behandelt. Bisher waren die Möglichkeiten für solche Anlagen in der Satzung nicht gesondert aufgeführt und wurden immer als Einzelfallentscheidung betrachtet. Nun nimmt die Stadt Angermünde Gespräche mit der oberen und unteren Denkmalschutzbehörde dazu auf, mit dem Ziel, klare Regelungen dazu in die Gestaltungssatzung aufzunehmen. Dies wurde auch in einem Beschluss von SPD und Bündnis 90/Die Grünen in der Angermünder Stadtverordnetenversammlung gefordert, der von allen Abgeordneten befürwortet wurde.

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