Maerker - Melden Sie hier Straßenschäden und defekte Straßenbeleuchtungen

Denkmalschatz in Angermünde: Moschel-Mausoleum nach Sanierung eingeweiht

Moschel-Mausoleum eingeweiht

Neuer Denkmalschatz in Angermünde fertiggestellt

Nach aufwändiger Innenraumsanierung des Gruftbaus Moschel auf dem Angermünder Friedhof, die seit Jahresanfang abgeschlossen ist, konnte das Denkmal nun feierlich eingeweiht werden. Das 1913 vom Emaillierwerksbesitzer Willy Moschel erbaute Familien-Mausoleum erhielt bereits 2017 eine Außensanierung. 2020 konnte auch die Sanierung des stark beschädigten Innenteils begonnen werden, wodurch das Mausoleum wieder zu betreten und für zukünftige Bestattungen nutzbar ist. „Alle Gewerke bewiesen bei diesem besonderen Denkmal Feinsinn und ein hohes Maß an Fähigkeiten für die erforderlichen Arbeiten“, so Friedhofsverwalter Michael Deinert bei der Einweihung auf dem städtischen Friedhof. Auch die Denkmalplakette wurden an diesem Tag überreicht.

Zur feierlichen Übergabe des Moschel-Mausoleums am 18.06. fanden alle Beteiligten nur lobende Worte. So auch Bürgermeister Frederik Bewer: „Das ist ein Zeichen, wie die Stadt Angermünde und die Stadtverordnetenversammlung mit Denkmälern umgeht“, so der Bürgermeister. „Hinzu kommt, dass es durch die Sanierung wieder in Nutzung kommt und der Allgemeinheit zur Verfügung steht“, betonte er. Er dankte allen Beteiligten und den Stadtverordneten, dass diese umfassende Sanierung so reibungslos umgesetzt werden konnte. Auch Karsten Stornowski, 3. Beigeordneter der Landrätin und unter anderem Dezernent für Denkmalschutz, bedankte sich bei den Bauherren, dem Planungsbüro Eberler, allen Beteiligten sowie Geldgebern, „denn der Zustand ist jetzt ein hervorragender“. Als i-Tüpfelchen überreichte er der Stadt Angermünde die Denkmalplakette.

Die Bedingungen für die Sanierung waren schwierig, denn über viele Jahre eindringendes Regenwasser zersetzte die verbauten Natursteinplatten, die beim Abnehmen sofort zerfielen. Auch die vermeintliche Marmordecke erwies sich als Marmorstuckdecke und konnte nur von Spezialisten, die glücklicherweise zeitnah gebunden werden konnten, saniert werden. Darüber hinaus waren Sonderanfertigen notwendig, um beispielsweise neue Glaselemente für den Boden zu schaffen. Diese ermöglichen nun einen Blick in die Kellerräume mit Schausarkophag, die später für Urnenbestattungen als Kolumbarium genutzt werden sollen.

Das alle Unternehmen an einem Strang zogen und Denkmalsanierung leben, zeigt das Ergebnis eindeutig: „Man schaffte es aus Liebe zum Bauwerk mit allen Gewerken fast komplett auf neue Materialien bzw. Kunststoffe zu verzichten und durch traditionelle Bauweise mit den ursprünglichen Materialien zu bauen. So wurde sogar das spanische Bergwerk ausfindig gemacht, aus dem der originale Kalkstein gewonnen wurde, um neue Platten anzufertigen. Auch viele Einrichtungsgegenstände, wie zwei Marmorbänke, waren trotz Verfall und Vandalismus noch erhalten und konnten nach Reinigung wieder aufgestellt werden“, berichtet Michael Deinert. Nun sieht das Gebäude nicht nur für den Leyen wieder fast wie bei seiner Errichtung aus. Und das war genau das Ziel aller Mitwirkenden: „Wenn man nicht mehr sieht, was gemacht wurde und auch das Geld nicht sieht, das in das Projekt geflossen ist, handelt es sich in der Denkmalpflege um das beste Ergebnis“, so Planerin Kristina Eberler.

Insgesamt kostete die Sanierung der Innenräume 204.664,00 Euro, von denen 12.300,00 Euro durch Fördermittel vom Landkreis Uckermark und 90.000,00 Euro durch Fördermittel vom Land Brandenburg aufgebracht wurden. Damit konnte die Stadt Angermünde die höchste Fördersumme des Landes Brandenburg 2020 verzeichnen. 102.364,00 Euro betrug der Anteil der Eigenmittel durch die Stadt Angermünde.

Acht Unternehmen beteiligten sich an der Sanierung:

  • EBERLER Architekten Ingenieure GbR (Generalplanung) –Planung und Bauüberwachung
  • Universal-Putz GmbH aus St. Egidien (Generalunternehmen)- Gebäudeentkernung, Sicherung und Aufarbeitung der Bestandsplatten, Wiederaufbau des Innenraums, Sanierung Keller, Einbau des Unterzugs, Reinigung und Aufstellen des Schausarkophags
  • Stuckhaus Scherf und Ritter GmbH – Sicherung, teilweise Rekonstruktion und Sanierung Stuckdecke
  • Tischlerei Nimz – Restaurierung Fenster und Türen
  • Christian Breßler – Restaurierung und Neugießen Glaselemente
  • Ergo Sun – Planung Haustechnik
  • Elektroanlagen Nitschke – Umsetzung der Elektroinstallationen
  • Baustatik Heidenreich – Berechnung Unterzug des korrodierten Trägers

X
X