Maerker - Melden Sie hier Straßenschäden und defekte Straßenbeleuchtungen

„Hotel zur Wildbiene“ am Friedhof in Angermünde

Zusammen mit dem NABU – Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle und der AG „Natur“ der Gustav Bruhn Grundschule wurde auf der ca. 2000 m² großen Betriebsfläche des Friedhofes in Angermünde in der Schwedter Straße eine Wildblumenfläche angelegt, als Teil des Projektes „Wildbienen und Schafe – ein gutes Team im Umweltschutz“. Dieses wird durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz aus der Konzessionsabgabe Lotto gefördert.

Zum Abschluss des Projektes haben die Schüler 14 Wildbienenkästen gebaut, die dank der guten Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Angermünde auf der Fläche stehen und bei den anhaltenden Temperaturen bestimmt auch bald als neue Behausung für Hohlraumbesiedler genutzt werden. Das Material für die Insektenhotels besteht größtenteils aus Lehm und Schilf, das von dem Gelände der Blumberger Mühle kommt. Die Kinder konnten in Eigenarbeit die Holzkästen füllen und die Stadt noch insektenfreundlicher machen. Sie lernten dabei, welche Ansprüche die Wildbienen haben. So wurde darauf geachtet, dass die Röhrchen glatt abgeschnitten wurden, sie eine Mindestlänge von 10 cm aufweisen und kein Durchzug in der Röhre stattfindet. Die Bodenbesiedler unter den Wildbienen finden auf der Wildblumenfläche ausreichend Möglichkeiten, ihre Nester in der Erde zu bauen. Hier werden sie kaum gestört, da die Fläche keinem Nutzungsdruck unterliegt.

Hintergrund:
Egal ob Wildbienen, Honigbienen oder Bienen in der Stadt – sie faszinieren. Doch ohne unsere Hilfe wird es vielerorts schwer für die fleißigen Insekten. Die Grünflächen in Städten verschwinden zunehmend oder werden von den meisten Grünflächenämtern kurz gehalten, obwohl sie unter keinem Nutzungsdruck stehen. Dabei benötigen vor allem die Wildbienen das Angebot von standortangepassten, heimischen Pflanzen, die auch in die Blüte gehen können und extensiv gepflegt werden.

In der Stadt Angermünde wird dieser Ansatz der naturverträglichen Pflege schon verfolgt. Grundlage hierfür ist auch der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung – die Artenvielfalt zu bewahren und zu steigern. Vor allem nicht genutzte Flächen werden als Wildblumenflächen in der Stadt ausgewiesen, um dem Artenrückgang entgegenzuwirken.

Ablauf des Projektes:
Zum Start des Projektes konnten die Kinder wollige Landschaftspfleger zum Beseitigen der Krautschicht einsetzen. Zusammen mit Elisa Betker, Mitarbeiterin der Blumberger Mühle, stellten sie einen Elektrozaun auf und ließen zwei Schafböcke auf der Fläche weiden. „Waldemar“ und „Paul“ machten ihre Arbeit gut und befreiten die Fläche von den restlichen langen Gräsern. So lernten die Kinder spielerisch was es heißt, die Landschaft naturverträglich zu pflegen. Diese Art von Flächenpflege ist besonders insektenfreundlich, da die Tiere Zeit zum Fliehen haben und somit nicht beschädigt werden. Ganz nebenbei konnten die Kinder mit den Tieren auf Tuchfühlung gehen.

Nachdem die Schafe die Betriebsfläche entkrautet haben, wurde sie von den Mitarbeitern der Stadt gefräst. Dabei wird die Grasnarbe mit einer Fräse aufgerissen und umgewälzt, damit das Saatgut keimen und sich gut entwickeln kann. Bei der Wahl der Samen wird darauf geachtet standortangepasstes Saatgut, das aus der Region stammt, anzuwenden. Denn hauptsächlich an diesen Pflanzen findet man die selten gewordenen heimischen Wildbienen wieder.

Die Einsaat erfolgte mit dem Bürgermeister der Stadt, Frederik Bewer. Die Kinder pflanzten mit ihm Wildblumen ein, die vorher noch auf der artenreichen Streuobstwiese der Blumberger Mühle standen. Danach wurde das Saatgut mit Sand gestreckt und von den Grundschülern ausgebracht. Dabei war es wichtig, dass die Samen auf der Oberfläche liegen und nicht untergehakt werden. Denn die meisten Wildblumen sind Lichtkeimer.

25.02.2020
Foto: Elisa Betker

NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle
Elisa Betker
Referentin für Umweltbildung
und Öffentlichkeitsarbeit
Blumberger Mühle 2
16278 Angermünde
Tel.: 03331/2604-12
Fax: 03331/2604-50
presse@blumberger-muehle.de
www.blumberger-muehle.de

X
X