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Große Resonanz zur Friedhofsführung der Stadtverwaltung

Große Resonanz zur Friedhofsführung der Stadtverwaltung

Über 70 Gäste fanden sich zur Führung durch die Stadtverwaltung Angermünde am 22. November 2019 auf dem städtischen Friedhof ein. Dort wurde in einem zweistündigen Rundgang von der Geschichte aber auch von den aktuellen Herausforderungen und Pflegeplänen berichtet. Friedhofsverwalter Michael Deinert und das Team des Museums Angermünde gaben an mehreren Stationen ihr Wissen preis und berichteten aus der Praxis. Auch allgemeine Fragen zum Thema Friedhof und Bestattungen konnten gestellt werden.

So erfuhren die Gäste, dass der Friedhof am 3. September 1877 eröffnet wurde und den alten Friedhof im heutigen Friedenspark ersetzte. Geplant wurde er vom Gartenbaudirektor Anders Swensson, dessen Grabstein nahe dem Eingang an der Herweghstraße zu finden ist. Der damalige Friedhof hatte eine Größe von rund 3 Hektar. Noch heute zeugen die Erbbegräbnisstätten an der historischen Friedhofsmauer von seinem ursprünglichen Charakter. Mit der Einweihung der Kriegsgedenkstätte zum 1. Weltkrieg im Jahr 1921 wurde der Friedhof erstmals erweitert. 1945 wurde er ein weiteres Mal erweitert und erlangte seine heutige Größe von rund 12 Hektar.

Ein Ort mit vielen Facetten

Was bei dem Rundgang mit dem Team der Stadtverwaltung deutlich wurde, sind die vielfältigen Fachbereiche und Aufgaben, die ein Friedhof vereint. Zum einen ist er eine Begräbnisstätte, die den heutigen Ansprüchen und Wünschen einer zeitgemäßen Bestattung gerecht werden muss. Zum anderen ist er eine große Verwaltungsaufgabe in kommunaler Hand mit gesetzlichen Vorgaben und festen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus stellt ein Friedhofsgelände aber auch immer einen ganz besonderen Landschaftspark dar, der viel Pflege und planerisches Geschick benötigt. Und er ist ein Ort, der eine Vielzahl von Denkmälern mit stadtgeschichtlichem Hintergrund beherbergt und dadurch aus denkmalpflegerischer Sicht eine Mammutaufgabe darstellt.

Denkmalpflege als Teil der Friedhofspflege

Die Denkmäler des städtischen Friedhofs waren auch ein wichtiges Thema der Führung. Das wohl bekannteste ist das Mausoleum der Familie Moschel, das 1913 vom Emaillierwerksbesitzer Willy Moschel erbaut und von 1978 bis 1979 sogar als Trauerhalle genutzt wurde. Die Außenhülle des imposanten Gebäudes wurde erst 2017 für rund 103.000 Euro mit Hilfe von Fördergeldern (Landkreis Uckermark und Land Brandenburg) und Mitteln aus dem Stadthaushalt restauriert. Für das kommende Jahr ist die Restaurierung der Innenräume geplant, Förderanträge für 2020 wurden beim Landkreis Uckermark und dem Land Brandenburg eingereicht.

Auch andere Denkmäler, die in den letzten Jahren restauriert werden konnten, wie das Erbbegräbnis der Familie Ammon oder der Familie Windolff an der Süd-Mauer, wurden bei der Führung vorgestellt. Bei der Restauration des Erbbegräbnisses von Familie Windolff haben die Nachkommen die erste Grabpatenschaft auf dem Friedhof übernommen. Das Mauergrab wurde in Abstimmung mit der Stadt Angermünde denkmalgerecht restauriert, wodurch die Familie ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht für diese Grabstätte erhielt.

Eines der neueren Denkmäler ist die Trauerhalle, die ebenfalls Sanierungsbedarf hat. Das von 1978 bis 1979 errichtete Gebäude besitzt ein sehr prägnantes Hyparschalendach, eine wellenförmige Dachkonstruktion und ist seit Oktober 2019 in der Liste der Denkmäler aufgenommen. In diesem Jahr wurde die Oberfläche des Daches erneuert. Es erhielt eine neue Bitumenschweißbahn, neue Ortgangbleche sowie erstmals eine Regenrinne. Die Stadt Angermünde investierte für diese bauliche Maßnahme rund 55.000 Euro. Im nächsten Jahr soll es weitere Sanierungen im Innenbereich geben.

Das Erbbegräbnis der Familie Moschel wurde 2017 saniert. Die Restaurierung der Innenräume steht noch aus. Förderanträge wurden durch die Stadt bereits eingereicht.

Neuerungen und Pläne für 2020

Die Gäste der Führung erfuhren auch, welche Projekte die Verwaltung in den letzten Monaten umsetzte: So wurden in der Abteilung 14 die Deckschichten der Wege aufgefüllt und ausgebessert. Insgesamt wurden dafür 20 Tonnen Brechsand verarbeitet. Die Stadt Angermünde installierte außerdem vier Pfandstationen für Gießkannen und Gartenkarren, die die Pflege von Grabstellen erleichtern sollen. Auch der Haupteingangsbereich zur Herweghstraße wurde kürzlich erneuert. Im Zuge dieser Maßnahme wurden neue Zäune und Tore installiert und die Bepflanzung des Hauptweges neu angelegt. Hier entsteht eine Ahnengalerie mit Grabsteinen wichtiger Angermünder Persönlichkeiten und künstlerisch wertvolle Beispiele der einstigen Grabmalkultur. Stück für Stück soll die Ahnengalerie vervollständigt werden und mit Emaille-Tafeln, die Auskunft über die jeweilige Person geben, ausgestattet werden. Darüber hinaus wurde die Gedenkstätte zum 2. Weltkrieg von altem Pflanzenbewuchs beräumt, um eine Sanierung des Denkmals zu ermöglichen und die Neugestaltung in naher Zukunft zu planen.

Auch für 2020 stehen schon die ersten Projekte an: So sollen in den Ortsteilen erste Baumaßnahmen zur Friedhofssatzungsänderung, wie eine Urnengemeinschaftsanlage in Stolpe, die Erweiterung der Urnengemeinschaftsanlage in Greiffenberg und die Fertigstellung einer solchen Anlage in Schmargendorf erfolgen. Außerdem sollen in den Ortsteilen Pfandstationen für Gießkannen eingerichtet und die Planungen für unterschiedliche Reparaturen durchgeführt werden. Auf dem Hauptfriedhof wird die Bepflanzung am Haupteingang fertiggestellt und eine Ablage im Bereich der Urnengemeinschaftsanlagen und des anonymen Urnenparks in Angermünde errichtet.

Die Trauerhalle wurde 1978/79 erbaut und steht seit diesem Jahr unter Denkmalschuz. In 2019 konnte das Dach saniert werden. Weitere Arbeiten sind für 2020 geplant.

Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger

Die Stadtverwaltung wird im kommenden Jahr wieder Führungen auf dem Friedhof anbieten. Auch andere Begehungen und Rundgänge zu aktuellen Projekten durch verschiedene Fachbereiche der Stadt sind in Planung. Und wer sich persönlich für den Friedhof engagieren möchte, kann sich gerne in Form von Spenden für den Erhalt der Denkmäler oder der Fortführung der Ahnengalerie einsetzen. Auch die Übernahme einer Grabpatenschaft für eines der wunderschönen historischen Mauergräber ist möglich. Die Friedhofsverwaltung steht bei allen Anliegen gerne zur Verfügung.

Die Stadt Angermünde verwaltet neben dem Friedhof an der Schwedter Straße auch die Friedhöfe und Trauerhallen in den Orten Greiffenberg, Grumsin, Herzsprung, Neuhaus, Schmargendorf, Schmiedeberg und Stolpe. Darüber hinaus werden die Trauerhallen in Altkünkendorf, Bruchhagen, Wilmersdorf und Wolletz ebenfalls von der Stadt Angermünde unterhalten.

Sachbereich Friedhofsverwaltung

Herr Michael Deinert
Tel.: 03331-260075
m.deinert@angermuende.de 

 

Sprechzeiten Friedhofsverwaltung:

Dienstag von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 18:00 Uhr Donnerstag von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 15:00 Uhr Montag, Mittwoch und Freitag geschlossen