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Angermünde feiert 30. Geburtstag der AG Historische Stadtkerne

Angermünde feiert 30. Geburtstag der AG Historische Stadtkerne Brandenburg mit mehreren Höhepunkten

Bürgergarten und Bürgerbank am Haus Uckermark eingeweiht

Angermünde, 25.05.2022

Vor 30 Jahren wurde mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg der Grundstein für eine überregionale Zusammenarbeit gelegt, die für Angermünde prägend war und ist. 31 Brandenburger Städte sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft und sie alle verbindet ein jahrzehntelanges Engagement für den Aufbau, die Gestaltung und Belebung ihrer Stadtkerne. Am 22. Mai wurde dieser Geburtstag in allen Mitgliedsstädten gefeiert. Auch in Angermünde konnte gemeinsam mit wichtigen Wegbegleitern und Interessierten auf eine für Angermünde entscheidende Zeit zurückgeblickt werden. Neben der Eröffnung einer Freiraumausstellung zu 30 Jahren Altstadtsanierung in Angermünde wurde der neue Bürgergarten am Haus Uckermark einweiht, in dem es auch eine Bürgerbank gibt.

„Wir befinden uns in einer Altstadt mit über 80% Sanierungsstand, was im Vergleich zu anderen Städten der Region eine sehr hohe Leistung ist“, so Stadtsanierer Klemens Reimann bei der Eröffnung des Aktionstages in Angermünde. Elementar für diese Bautätigkeiten waren und sind die Mittel der Städtebauförderung von Land und Bund, von denen bisher insgesamt rund 55 Mio. Euro in die Sanierung des Angermünder Stadtkerns geflossen sind. Doch die finanzielle Förderung ist das eine, die privaten Bauherren und die Architekten, die denkmalgerechte Sanierung verstehen, sind das andere, weiß Klemens Reimann. „Wir haben es mit immer komplexeren Richtlinien und Fördertöpfen zu tun. Wir haben aber auch das große Glück, mit der Arbeitsgemeinschaft eine Lobby zu haben gegenüber dem Land und dem Bund. Es gilt, auch in Zukunft eine Stimme für den ländlichen Raum zu bilden“, so Reimann.

Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Angermünde, Wolfgang Krakow, bereicherte die Eröffnung des Aktionstages durch persönliche Erlebnisse und Geschichten während seiner Amtszeit. Er erinnerte an die Entwicklung der Quartiere und Plätze, wie den Kirchplatz um die St. Marienkirche, den Klosterplatz und das Quartier um die Alte Mälzerei, aber auch andere Bauprojekte, wie das Scharfrichterhaus, die Fischerstraße oder Grambauers Kalit. Krakow betonte immer wieder, wie wichtig die Menschen waren, die große Projekte in Gang setzten, Konzepte und Ideen entwickelten und alle dafür notwendigen Entscheider an einen Tisch holten, wie der ehemalige Hochbauer und Stadtsanierer Egbert Priebe und der damalige Baudezernent Lutz Köhler. „Ganz starke Schützenhilfe gab es auch immer aus der Stadt Lügde“, so Krakow. „Als wir in den 90er Jahren die ersten Male in unsere Partnerstadt kamen und gesehen haben, wie es dort lang geht, sagte man uns, so könnte es bei euch auch aussehen.“

Eine Auswahl von 30 Sanierungsobjekten kann man bis zum 07.06. in der Freiraumausstellung „30 Jahre Altstadtsanierung in Angermünde“ in der Baulücke des Hohen Steinwegs schräg gegenüber dem Haus Uckermark sehen. Die Ausstellung ist kostenlos und wurde anlässlich des 30. Geburtstages der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern im Land Brandenburg durch die Stadtverwaltung Angermünde umgesetzt.

Eröffnung des Bürgergartens

Als zweite wichtige Station an diesem Tag lud Bürgermeister Frederik Bewer zur Eröffnung des Bürgergartens des Haus Uckermark, der vor wenigen Wochen fertiggestellt wurde und nun allen Gästen sowie Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht. „Ich freue mich sehr, nach der Sanierung und Eröffnung des Haus Uckermark mit Museum und Touristinfo nun auch den Bürgergarten an die Bürgerinnen und Bürger von Angermünde zu übergeben. Hier hat man ab sofort einen Raum für Erholung aber auch für Kultur und Gemeinschaft“, so Bewer. Ein für ihn grundlegendes Element des neuen Gartens ist die über 10 m lange Bürgerbank, die durch ihn initiiert wurde. „An der Lehne finden sich Schilder mit allen Ortsteilen unserer Stadt, die in willkürlicher Reihenfolge angebracht wurden. Sie sollen zeigen, für welche Orte Angermünde steht und wer alles dazugehört. Es war mir ein wichtiges Anliegen, diese symbolträchtige Bank in den Bürgergarten zu stellen und ein Zeichen an alle Besucher zu senden.“

Auch Landschaftsplanerin Barbara Willecke war an diesem Tag vor Ort und schilderte den Gästen ihre Herangehensweise bei der Planung des Bürgergartens. „Wir haben ganz am Anfang gefragt, was das Museum und die Menschen, die das Museum betreiben aber auch die Bürgerinnen und Bürger brauchen. Was soll dieser Ort können? Historisch gesehen war es ein Bürgergarten, ein Wirtschaftsraum. In der Zukunft soll es ein Erholungsort werden, ein Ort für Bildung, Museumspädagogik, Ausstellungen und Feste“, so Willecke. Diese Multifunktionalität zeigt sich unter anderem in den unterschiedlich gestalteten Flächen sowie den Podesten, die zum einen als Sitzgelegenheit aber auch als Bühnen verwendet werden können.

Museumsleiter Ralf Gebuhr gab einen Einblick in die historische Bedeutung von Bürgergärten, ihre veränderten Nutzungen und die Geschichte dieses speziellen Gartens im Haus Uckermark. Er stellte den Gästen auch ein ganz besonderes Stück Infrastrukturgeschichte der Stadt vor, das sich jetzt im Bürgergarten befindet: der restaurierte Fahrtrichtungsanzeiger vom Bahnhof Angermünde. Er konnte originalgetreu wiederhergestellt werden und ist zukünftig auch Startpunkt von Stadtführungen. Dazu wurde eigens ein Fahrtrichtungspfeil mit dem Titel „Stadtführung“ beschriftet.

Der Bürgergarten ist ab sofort zu den Öffnungszeiten des Museums kostenlos nutzbar. Es gibt Zugänge durch das Haus Uckermark und über die Kirchgasse. Auch die ersten Veranstaltungen sind in Planung, wie das Mobile Kino Uckermark am 02. Juli 2022 mit dem Film „The Father“.