Geschichte

SüdseiteDie Franziskaner Klosterkirche ist der einzig erhaltene Teil der ehemaligen Klosteranlage der Franziskaner. Wann genau sich die Bettelmönche in Angermünde niederließen, kann nur angenommen werden. Offiziell erwähnt wird die Klosterkirche erstmals 1292. Dabei handelte es sich um eine einfache Feldsteinsaalkirche (40 Meter lang, 11 Meter breit, 9 Meter hoch). In den Folgejahren wurde die Kirche in Backstein erweitert und besteht in ihrer heutigen Form (56 Meter lang und fast 30 Meter hoch) seit dem 15. Jahrhundert. Die Klosteranlage bestand zudem aus weiteren Gebäuden, Gärten und einer Brauerei, in der das sogenannte „Ketterbier“ gebraut wurde, dass den Mönchen wichtige Einnahmen sicherte.

Im 14. Jahrhundert geriet Angermünde als Ketzer-Stadt in Verruf. In einem der umfangreichsten Inquisitionsprozesse in Deutschland wurde 1336 fast jeder 3. Einwohner der Stadt und der angrenzenden Dörfer als "Ketzer" verdächtigt und vorgeladen. 14 Männer und Frauen erlitten auf dem Marktplatz öffentlich den Feuertod.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ging die Klosteranlage in den Besitz der Stadt Angermünde über. Die Klosterkirche wurde für protestantische Gottesdienste, die Nebengebäude als Wohnung genutzt. In den folgenden Jahrhunderten verfiel das Kloster zunehmend, so dass die Klostergebäude bis auf die Klosterkirche im 18. Jahrhundert abgerissen wurde. Die Klosterkirche diente danach unter anderem als Unterkunft für Kriegsgefangene, als Exerzierhalle, als Feuerwehrdepot soRekonstruktion 1933wie als Wagen- und Lagerhalle.

1933 wurde die Klosterkirche erstmals unter dem Gesichtspunkt der stilgerechten Erneuerung rekonstruiert. Nach notdürftigen Maßnahmen zum Erhalt, erfolgte von 1991 bis 1999 eine umfangreiche Sanierung.

Seit der Wiedereröffnung am 3. Juli 1999 wird die Klosterkirche als Kulturzentrum der Stadt Angermünde genutzt. Mit dem angrenzenden Klosterplatz steht seit 2006 zusätzlich ein Veranstaltungsareal im Freien zur Verfügung, das  nicht nur als Treffpunkt für Touristen, sondern auch für Freiluftveranstaltungen aller Art genutzt wird. Die Stadt Angermünde fühlt sich dabei in besonderer Weise dem Erhalt des historischen Gebäudes verpflichtet, dem durch die Würde des Ortes angemessene Veranstaltungen Rechnung getragen wird.

Klosterkirche und Klosterplatz sind jährlich von Ende April bis Anfang Oktober imposante Kulissen für den ANGERMÜNDER KLOSTERSOMMER.

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